Erwartungen loslassen

Warum das so schwer ist und es sich dennoch lohnt

Beitragsinhalt

Neulich bin ich mit einer Klientin im Coaching auf ein Thema gestoßen, das wir beide gar nicht geplant hatten – und genau deshalb wurde es wichtig.
Sie sprach über Erwartungen: an sich selbst, an andere, an das Leben. Erwartungen, die oft enttäuscht werden.

Ich habe ihr von meiner eigenen Erfahrung erzählt – wie es ist, Erwartungen einmal ganz bewusst loszulassen.
Das klingt einfach, ist es aber nicht. Und doch kann es eine große Befreiung sein.

Wenn Erwartungen Beziehungen belasten

Ich hatte lange das Gefühl, eine Beziehung festhalten zu müssen,
weil sie mir so wichtig war – fast wie etwas, das man nicht verlieren darf.
Aber irgendwann blieb mir nichts anderes übrig, als meine Hand zu öffnen.
Loszulassen, ohne zu wissen, was dann passiert.
Wird die Verbindung bleiben? Wird sie sich verändern? Wird sie enden?
Ich wusste nur: Ich kann es nicht mehr kontrollieren.

Erwartungen loslassen statt festhalten: Der Moment der Entscheidung

Und genau das war der Wendepunkt.
Denn Erwartungen loszulassen heißt, Vertrauen zu wagen – auch in das, was man nicht beeinflussen kann.

Was sich verändert, wenn wir Erwartungen loslassen

Heute fühlt es sich für mich an, als wäre weniger Kontrolle da – aber mehr Freiheit.
Der Kontakt ist noch da, anders, ruhiger, flüchtiger. Ich spüre eher, woran ich bin – was passiert und vor allem auch, was nicht passiert.

Wie eine Friedenstaube, die man freilässt:
Sie kann fliegen, wohin sie will und vielleicht kommt sie irgendwann zurück.
Vielleicht auch nicht.
Aber die Hand bleibt ausgestreckt – und ich achte auf mich dabei.

Loslassen heißt nicht Aufgeben – sondern Vertrauen

Loslassen bedeutet nicht, dass einem etwas egal ist.
Es bedeutet, dass man liebt, ohne festzuhalten.
Dass man vertraut, dass das, was bleiben will, auch bleibt und das, was gehen muss, gehen darf.

Freiheit beginnt dort, wo Kontrolle endet

Seit ich das lebe, kommen auf ganz anderen Wegen Begegnungen und Verbindungen zu mir.
Menschen, die bleiben wollen.
Momente und Treffen, die einfach entstehen.
Ohne Erwartungen – aber mit Bedeutung.

Es ist nicht leicht, Erwartungen loszulassen, besonders bei den Menschen, die uns nah sind.
Und doch merken wir manchmal, dass gerade die Erwartungen, die immer wieder zu Spannungen führen, uns am meisten festhalten.
Loslassen heißt dann nicht aufzugeben, sondern Raum zu öffnen.

Denn Freiheit beginnt genau dort, wo Kontrolle endet.

Und was zu dir möchte, kommt näher – und was gehen muss, darf weiterziehen.

Reflexionsfragen: Was hält dich fest?
  • Wen oder was hältst du gerade noch fest – vielleicht aus Angst, es zu verlieren?
  • Und was könnte entstehen, wenn du für einen Moment vertraust und loslässt?

Weitere verwandte Themen

Aufhören zu warten, aufhören zu leiden

Emotionale Abhängigkeit: Wenn Beziehungen einseitig werden

Über die Autorin

Ich bin Uta und begleite als Psychologin Menschen in schweren Zeiten und an persönlichen Wendepunkten – mit Klarheit und menschlicher Nähe.
Wenn du von mir Unterstützung möchtest, melde dich gern über das Kontaktformular oder buch dir hier ein unverbindliches Kennenlerngespräch.

Übersicht

Diesen Beitrag teilen