Was wären wir ohne Angst?
Ohne Angst hätte die Menschheit vermutlich nicht überlebt, denn sie macht uns vorsichtig, lässt uns überlegen und schnell handeln oder fliehen. Angst ist ein biologisches Alarmsystem, sie schützt uns vor Gefahr.
Nur: Angst ist nicht besonders differenziert.
Sie kennt vor allem:
„Flucht jetzt!“ oder „DAS vermeiden!“
Es geht ihr nicht darum zu prüfen:
Sondern vielmehr um:
Das bedeutet im Umkehrschluss:
Angst ist gut für’s Überleben, aber aufgrund ihrer Zielgerichtetheit kein guter Ratgeber für die Gestaltung des Lebens.
Und genau deshalb gilt: Warum Angst kein guter Ratgeber ist – vor allem dann, wenn es nicht um akute Gefahr geht, sondern um unsere alltäglichen Entscheidungen.
Wer im Alltag aus Angst entscheidet, vermeidet und geht auf Nummer sicher.
Zum Beispiel: Ich bleibe bei meinem Partner, weil ich Angst habe, keinen anderen mehr zu finden – auch wenn ich nicht (mehr) glücklich bin.
Angst führt oft zu Rückzug.
Wir melden uns nicht bei einem Freund wegen einem Treffen, aus Angst vor einer Absage.
Das Risiko, abgelehnt zu werden, ist gebannt, aber es entsteht auch keine Beziehung.
Stillstand führt nicht zu Bewegung.
Wenn wir uns nicht bewegen, entwickelt wir uns nicht. Wer sich nicht bewirbt, bekommt keine neue Stelle.
Wir vermeiden unangenehme Gefühle.
Kurzfristig kann das Erleichterung bringen.
Langfristig entsteht dadurch Enge.
Unsere Möglichkeiten werden kleiner, Stillstand breitet sich aus und das macht selten zufrieden.
Wer Angst vor Konflikten hat, wird seine Meinung nicht vertreten und kein Gehör finden.
Wer Angst vor Nähe hat, wird nicht erleben, wie sich Verbindung anfühlen könnte.
Wer unzufrieden ist, aber Veränderung scheut, wird keine Veränderung erfahren.
Wer gesehen werden möchte, aber Sichtbarkeit meidet, bleibt unsichtbar.
Wenn Angst dominiert, führt das zu:
Stillstand, Rückzug oder Vermeidung.
Kurz gesagt: Entscheidungen aus Angst fühlen sich sicher an, machen das Leben aber enger und kleiner.
Angst fühlt sich logisch an.
Sie greift auf Erfahrungen aus der Vergangenheit zurück und zieht daraus Schlüsse:„Das ging schon einmal schief, also lieber nicht.“
Sie malt Katastrophen aus und rät:
„Mach’s auf keinen Fall.“
Worst-Case-Szenarien können helfen, nichts zu überstürzen.Oft halten sie uns aber auch klein und machen uns zusätzlich Angst,
ohne dass überhaupt feststeht, ob es so kommen wird. Aber die Angst ist schon da: „Lieber nichts riskieren.“
Immer wieder bekomme ich mit, wie laut und präsent die Angst in den Köpfen von Menschen spricht und wie leise die Stimmen von Vertrauen, Zuversicht oder Mut dagegen sind.
Vielleicht lohnt es sich manchmal, den Lautstärkeregler bewusst zu verschieben:
Was würde das Vertrauen sagen, wenn die Angst einmal leiser wäre?
Angst ist wichtig.
Wir sollen nicht blind von Klippen springen, nur weil wir Vertrauen haben.
Angst darf da sein, aber sie muss nicht entscheiden.
Sie zeigt uns etwas über uns:
Und trotzdem müssen wir ihr nicht gehorchen und aus Angst entscheiden.
Wir können mutig entscheiden und unseren Handlungsspielraum erweitern.
Etwas tun, auch wenn wir noch nicht wissen, wie, weil wir uns zutrauen, es zu lernen oder es herauszufinden.
Angst wahrnehmen heißt nicht, ihr die Führung zu überlassen.
Vertrauen bedeutet nicht, leichtsinnig zu sein.
Wenn du deine Angst wahrnimmst, frag dich doch mal:
So nimmst du deine Angst ernst,
ohne dich von ihr bestimmen zu lassen.
Es gibt Alternativen zur Angst, wenn wir entscheiden wollen.
Werte
Was entspricht dir in dieser Situation?
Manchmal rät dir die Angst: „Renn weg.“
Deine Werte sagen vielleicht: „Hilf.“
Oder: „Bleib da.“
Verbundenheit
Gemeinsam wagen wir Dinge, die wir allein nicht tun würden. Beziehungen können Kraft geben, wenn Angst lähmt.
Erfahrung
Wer schon einmal Unsicherheit überwunden hat, weiß: Ich habe es schon einmal geschafft.
Innere Haltung
Wenn du an einen guten Ausgang glaubst, wird Handeln leichter als wenn nur Katastrophenszenarien in deinem Kopf sind. Der Glaube versetzt bekanntlich Berge.
Beziehungen, die stärken
Wenn andere an dich glauben, kann dir das helfen, selbst mutiger zu werden.
Innere Sicherheit statt äußerer Kontrolle
Angst tritt häufig in Form von Kontrolle auf. Wer alles kontrolliert, hat wohlmöglich Angst. Was nützt dir Kontrolle, wenn du innerlich unzufrieden bist? Manchmal ist ein Schritt ins Unbekannte hilfreicher als das Festhalten an etwas, das dir längst nicht mehr guttut.
Nicht Angst, sondern innere Klarheit gibt dir Richtung.
Kollektive Angst ist mächtig. Wenn viele Angst haben, kann sie ansteckend sein.
Gruppen können sich gegen andere richten.
Dadurch entsteht Misstrauen. Rückzug nimmt zu und Feindbilder wachsen.
Dann hören wir weniger auf uns selbst
und mehr auf das, was die Gruppe fühlt.
Kurz: Angst führt zu Trennung, zu Feindbildern oder zu Hass wohingegen Vertrauern verbindet, Gemeinsamkeiten stärkt und uns so vereint statt trennt.
Es geht nicht darum, Angst „wegzumachen“. Sie gehört zum Menschsein.
Aber wir können lernen, sie einzuordnen:
Ist sie gerade wichtig oder hält sie mich nur von etwas ab, das eigentlich ungefährlich ist?
Angst regulieren zu lernen, kann ein Schritt in ein selbstbestimmteres Leben sein.
Angst zu sehen ist wichtig.
Nicht aber, ihr immer zu folgen.
Angst kann uns warnen.
Aber sie sollte uns nicht leiten.
Viel mehr sollten wir dem Raum geben,
Wo lässt du dich gerade von Angst leiten?
Was würdest du entscheiden, wenn du ihr nicht folgen müsstest?
Was wäre ein kleiner Schritt in Richtung Vertrauen?
Ich bin Uta und begleite als Psychologin Menschen in schweren Zeiten und an persönlichen Wendepunkten – mit Klarheit und menschlicher Nähe.
Wenn du dir meine Unterstützung wünschst, buch dir hier ein unverbindliches Kennenlerngespräch.
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