Der Jet über mir – die Angst in meinem Kopf

Eine plötzliche Angstreaktion im Alltag und was dahintersteckt

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Neulich war ich – wie so oft – nachmittags mit meinem Hund unterwegs.
Auf dem Rückweg habe ich meinen Augen kaum getraut. Und vor allem meinen Ohren nicht.

Rechts über mir, riesengroß und sehr tief, ein Kampfjet.
Ich habe ihn zuerst gehört, dann gesehen.
Das Geräusch wurde immer lauter. So laut, dass ich mir – trotz Mütze mit Ohrenklappen – die Ohren zugehalten habe.

Noch nie habe ich hier ein Flugzeug so tief fliegen sehen.
Und dann auch noch SO eins: so laut, so schnell, so nah.

Es waren nur Sekunden.
Aber sie haben mir einen großen Schreck eingejagt.
Die Angst ist mir durch und durch gegangen. Ich konnte sie richtig von oben nach unten spüren.

Wenn Angst plötzlich da ist – ohne Vorwarnung

Früher sind Menschen zu Flugshows gefahren und haben sich darauf gefreut.
Ich hatte nur Panik. Ich bin zusammengesunken, habe mir die Ohren zugehalten und war kurz davor, mich auf den Boden zu werfen.

Mein Hund hat mich entgeistert angeschaut.
Er blieb ruhig. Zum Glück hat er nichts verstanden.

Eine Angstreaktion im Alltag – wenn der Körper Alarm schlägt

Panik ist eine Alarmreaktion des Körpers.
Sie stellt uns in Sekundenbruchteilen Energie zur Verfügung, damit wir schnell handeln können, wenn es nötig ist.

Und sie kommt nicht einfach so. Das durfte ich ganz bewusst wahrnehmen, obwohl ich das weiß. Ihr gehen Gedanken voraus.

Gedanken, die Angst auslösen

Ich habe deshalb wie mitgeschnitten, was ich in diesem Moment gedacht habe, als der Jet immer näher kam:„Bitte wirf keine Bombe ab.“

Sofort waren die Geschichten meiner Tante da.
Sie hatte den Krieg als kleines Kind erlebt. Den Fliegeralarm. Wie oft hat sie sich vor den Flugzeugen versteckt.

In diesem Moment wurde mir schlagartig klar: Diese Welt ist nicht so sicher, wie wir es manchmal gerne glauben.
Krieg ist nicht Vergangenheit. Er ist Gegenwart.

Warum dieselbe Situation uns so unterschiedlich trifft

Als der Jet verschwunden war, bin ich mit weichen Knien weitergelaufen. Noch voller Angst und gleichzeitig erleichtert.

Um die nächste Ecke kamen mir zwei Mütter mit ihren Kindern entgegen.
Ein kleiner Junge zeigte sofort auf meinen Hund und wollte ihn ansprechen. Alles war fröhlich.

Nur mir war noch nicht zum Lachen zumute.
Und doch wurde mir in diesem Moment etwas sehr deutlich: Dieselbe Situation kann völlig Unterschiedliches auslösen.

Sie hatten den Jet genauso gehört wie ich.
Aber er hatte sie nicht getroffen wie mich. Zu ausgelassen war ihre Stimmung.

Ein Gedanke, der beruhigt

Zuhause war alles noch sehr präsent.
Auch hier war der Jet laut und deutlich zu hören gewesen.

Als ich sagte, in welche Richtung der Flieger geflogen war, fiel der Satz: „Dann ist er heimgeflogen.“

Dieser Gedanke hat mich sehr berührt.
Dass da einfach ein Mensch im Jet saß – vielleicht auf dem Weg nach Hause.

Angst verstehen heißt, ihr nicht ausgeliefert zu sein

Es ist nochmal gut gegangen.
Und es hat etwas Wichtiges für mich spürbar gemacht: Erfahrungen und Geschichten prägen unsere Gedanken. Und unsere Gedanken prägen unsere Gefühle.

Ein und dieselbe Situation kann ganz Unterschiedliches in uns auslösen. Aber wir können beeinflussen, wie wir damit umgehen.

Das nächste Mal werde ich den Flieger als jemanden sehen, der heimfliegt.
Und ich bin gespannt, wie viel Schreck mir das dann noch einjagt.

Komm gut heim, Flieger.
Mach’s gut.

Sei auch du ein Licht – für den Frieden.

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Über die Autorin

Ich bin Uta und begleite als Psychologin Menschen in schweren Zeiten und an persönlichen Wendepunkten – mit Klarheit und menschlicher Nähe.
Wenn du dir meine Unterstützung wünschst, buch dir hier gerne ein unverbindliches Kennenlerngespräch.

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