Gefühle zulassen

Warum Fühlen uns mit uns selbst und anderen verbindet.

Beitragsinhalt

„Ich verstehe nicht, wie man sich emotionale Filme anschauen mag.“

Diesen Satz hat eine Klientin einmal zu mir gesagt.

Für sie ist es unverständlich, sich freiwillig Gefühlen auszusetzen, die traurig, schmerzvoll oder unangenehm sind.

Mich hat das beschäftigt.
Denn ich mache genau das: Ich wähle bewusst Filme oder Geschichten, die mich fühlen lassen – selbst dann, wenn diese Gefühle gerade gar nicht „dran“ sind.

Warum wir Gefühle oft vermeiden

Manche Gespräche werden verschoben. Mit Gefühlen ist es ähnlich.

Vielleicht, weil wir nicht wissen, wie wir damit umgehen sollen.
Vielleicht, weil wir Angst haben, was sie auslösen könnten und was dann in Bewegung kommt.

Und manchmal, weil es einfacher erscheint, nicht hinzuschauen.

Warum ich Gefühle bewusst zulasse

Neulich habe ich einen sehr schönen, aber traurigen Film über einen Hund gesehen – der auch noch aussieht wie meiner.

Zuvor hatte ich das Buch dazu schon verschlungen. Ich wusste also, dass es mich berühren würde und genau das wollte ich.

Ich habe geweint – nicht nur einmal. Und neben mir habe ich auch ein leises Schluchzen wahrgenommen.

Gefühle zulassen verbindet

Wenn wir Gefühle zulassen – auch ausgelöst durch etwas Äußeres wie einen Film – erweitern wir unseren inneren Spielraum.

Wir lernen, Emotionen wahrzunehmen, statt sie wegzuschieben. Und genau das wirkt auch im echten Leben weiter.

Gefühle verbinden uns. Mit uns selbst und mit anderen.

Trauer: Wenn Fühlen besonders schwerfällt

Besonders deutlich wird das bei der Trauer.

Es ist nachvollziehbar, Trauer vermeiden zu wollen: Diese Gefühle tun weh.

Und gleichzeitig liegt genau darin eine Verbindung: zu dem, was wir verloren haben und zu dem, was uns wichtig ist.

Trauer kann das Leben auf den Kopf stellen. Mit einem Verlust zu leben, braucht Kraft.

Viele versuchen, weiter zu funktionieren.
Und oft wird es dadurch eher schwerer, weil ein wichtiger Teil keinen Raum bekommt.

Du musst da nicht allein durch. Gerade hier kann es entlastend sein, sich begleiten zu lassen.

Gefühle zeigen ist menschlich

Immer wieder höre ich – vor allem von jüngeren Männern – dass sie sich schämen, bei emotionalen Filmen zu weinen.

Dabei ist genau das menschlich. Du lässt dich berühren und zeigst, dass du mitfühlen kannst.

Vom Kopf ins Gefühl

Ich empfinde es als wichtig, Gefühle bewusst wahrzunehmen – egal, ob sie im Alltag entstehen oder durch etwas von außen angestoßen werden.

Sie öffnen Türen zu uns selbst. Und manchmal verändern sie den Blick auf das, was ist.

Nach dem Film habe ich meinen Hund mit anderen Augen betrachtet und ihn noch öfter in den Arm genommen.

Wenn Fühlen sich verändert

Meine Klientin hat ihren Satz übrigens nicht gesagt, um Gefühle abzuwerten.

Eher im Gegenteil. Es schwang auch etwas anderes darin mit: eine leise Sehnsucht.

Sie ist sehr verkopft und beginnt langsam wahrzunehmen, wie sich ihr Leben verändert, wenn sie mehr fühlt und nicht immer nur funktioniert.

Gefühle zulassen verändert etwas

Schon oft durfte ich Menschen auf dieser lebensverändernden Reise begleiten – vom Kopf ins Gefühl. Mich macht das sehr dankbar.

Und jedes Mal wird deutlich: Wenn Gefühle Raum bekommen, verändert sich etwas.

Das passiert nicht über Nacht und ist auch nicht immer leicht – aber spürbar.

Wir dürfen berührt sein von dem, was wir sehen und erleben. Genauso dürfen wir auch wahrnehmen, was in uns gerade wichtig ist.

Zum Weiterfühlen

Vielleicht kennst du diesen Moment: Dass Fühlen nicht leicht ist, aber etwas in Bewegung bringt.

Gefühle zulassen heißt nicht, dass alles einfacher wird. Aber oft wird es echter.

Manchmal beginnt genau dort etwas, das sich vorher nicht zeigen konnte.

Zum Weiterlesen:

Vom Kopf ins Herz. Wie du weniger zerdenkst und mehr spürst.

Über die Autorin

Ich bin Uta und begleite als Psychologin Menschen in schweren Zeiten und an persönlichen Wendepunkten – mit Klarheit und menschlicher Nähe.
Wenn du dir meine Unterstützung wünschst, melde dich gern oder buch dir hier ein unverbindliches Kennenlerngespräch.

Übersicht

Diesen Beitrag teilen