Mit Katastrophen umgehen

Wenn dich schlimme Nachrichten mitnehmen, obwohl du nicht direkt betroffen bist.

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Das neue Jahr hat begonnen – und die Nachricht einer Tragödie aus Crans-Montana nimmt auch bei uns viele Menschen mit.
Wie oft ist jede und jeder von uns an Orten, die vielleicht auch nicht wirklich „sicher“ sind? Meist geht alles gut. Doch diesmal hatten viele kein Glück – sondern haben den blanken Horror erlebt. Für einige Familien startet dieses Jahr so dunkel wie nur möglich.

Solche Nachrichten machen betroffen. Sie machen sprachlos. Und sie lassen uns oft hilflos zurück – gerade dann, wenn wir selbst nicht direkt betroffen sind, aber dennoch spüren: Das lässt mich nicht los.

Tragödien – ob durch Menschen verursacht, durch Unglücke oder Unfälle – reißen etwas in uns auf. Sie zeigen uns unsere eigene Verletzlichkeit. Und trotzdem müssen wir irgendwie mit dem umgehen, was wir sehen, hören und fühlen.

Viele Menschen fragen sich in solchen Momenten: Wie kann man mit schlimmen Nachrichten umgehen, ohne innerlich zusammenzubrechen – besonders dann, wenn man nicht direkt betroffen ist.

Was also kannst du tun, wenn dich schlimme Nachrichten oder Katastrophen innerlich überrollen?

Gefühle da sein lassen

Ich finde es zutiefst menschlich, mit anderen mitzufühlen. Traurig und erschüttert zu sein.
Auch wenn du nicht selbst betroffen bist, dürfen diese Gefühle Raum bekommen.

Vielleicht spürst du einen Druck in der Brust oder eine innere Unruhe.
Vielleicht auch eine Schwere, die dich plötzlich begleitet.

Nimm dir einen Moment, um wahrzunehmen:
Wo spüre ich das gerade? Was macht diese Nachricht mit mir?

Emotionen sind nicht falsch. Sie zeigen, dass du verbunden bist – mit dir selbst und mit anderen.

Einen Umgang mit schlimmen Nachrichten finden

Die Welt ist nicht gerecht.
Schlimme Dinge passieren Menschen, die nichts dafür können. Das macht ohnmächtig.

Katastrophen und tragische Nachrichten können eine enorme emotionale Überforderung auslösen – selbst aus der Ferne.

Gerade deshalb ist es wichtig, für dich einen Weg zu finden, mit diesen Gefühlen umzugehen – statt sie wegzuschieben.

Vielleicht hilft es dir,

  • darüber zu schreiben,
  • mit jemandem zu sprechen,
  • dich zu bewegen,
  • oder dir bewusst eine Pause von weiteren Nachrichten zu nehmen.

Spüre ruhig einmal nach:
Wie geht es mir vor einer Aktivität – und wie danach?

Was ich im Umgang mit schlimmen Nachrichten oder Katastrophen nicht empfehle: Verdrängen

Ich bin kein Freund davon, einfach wegzuschauen oder zu versuchen, das Gelesene oder Gehörte „nicht an sich heranzulassen“.
„Wegsehen wollen“ ist verständlich – aber auf Dauer keine Lösung.

Viel hilfreicher ist es, dich den Anteilen in dir zuzuwenden, die gerade Alarm schlagen:

  • Die Angst
  • Die Ohnmacht
  • Die Traurigkeit

Sie wollen gesehen und nicht weggeschoben werden.

Anderen etwas Gutes tun

Wenn dich Leid aus der Ferne belastet, kann es heilsam sein, selbst etwas zu tun.

Vielleicht für jemanden in deinem Umfeld.
Vielleicht durch eine kleine Geste, ein offenes Ohr oder auch eine Spende.

Handeln gibt dir ein Gefühl von Wirksamkeit – statt nur Hilflosigkeit.

Hilfe annehmen, wenn es zu viel wird

Manche schlimmen Nachrichten bleiben hängen.

  • Sie rauben dir den Schlaf.
  • Sie kreisen in deinem Kopf.
  • Sie nehmen dir die innere Ruhe.

Dann ist es absolut sinnvoll, mit jemandem darüber zu sprechen. Mit Menschen, die das halten können und die dafür da sind.

Du musst damit nicht allein bleiben – egal, ob du direkt betroffen bist oder dich „nur“ innerlich damit beschäftigst.

Kurz zusammengefasst: Wie kannst du mit schlimmen Nachrichten oder Katastrophen umgehen?

Auch wenn schlimme Nachrichten außerhalb deiner Kontrolle liegen:
Du kannst beeinflussen, wie du damit umgehst.

  • Du darfst hinschauen.
  • Du darfst fühlen.
  • Und du darfst dir Unterstützung holen.

So bleibt Mitgefühl etwas, das verbindet – und dich nicht zerreißt oder festhält.

Zum Weiterlesen:

Wie viel Leid hält ein Mensch aus

Über die Autorin

Ich bin Uta und begleite als Psychologin Menschen in schweren Zeiten und an persönlichen Wendepunkten – mit Klarheit und menschlicher Nähe.
Wenn du im Umgang mit schlimmen Nachrichten oder Katastrophen meine Unterstützung möchtest, buch dir hier gern ein unverbindliches Kennenlerngespräch.

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