Das Leben kann ein Drama sein – aber es liegt an uns, wie wir damit umgehen
Wie das Leben spielen kann – ganz anders als wir es uns oft vorstellen – wurde mir vor Kurzem wieder sehr deutlich:
Ich habe lange geweint, nachdem ich einen Film zu Ende geschaut habe. Das kommt nicht selten vor, ich bin durchaus nah am Wasser gebaut, aber dieses Mal war es wirklich heftig. Nicht, weil es besonders dramatisch war, was zu sehen war, sondern weil das Leben so gut abgebildet und dargestellt war. Ich möchte dies auch nicht spoilern und verrate deswegen nicht, was ich gesehen habe. Nur so viel: Es ging um ganz viele Wendungen in einem Leben über einen Zeitraum von über 20 Jahren. Ich habe mir das angesehen, weil es als „Romanze“ beschrieben war – letztendlich war es in meinen Augen das reinste Drama – auch deshalb, weil ich weiß, dass das Leben genauso spielt.
Im übertragenen Sinn gibt es uns ganz viele Türen, durch die wir gehen können, immer wieder. Es gibt Verbindungen und gemeinsame Momente, manchmal mehr oder weniger schöne. Irgendwann geht eine solche Tür für immer zu. Wir können nicht mehr gemeinsam durchgehen.
Der Tod einer geliebten Person kommt mit einem Schlag und wir haben dann nur noch andere offene Türen und Optionen, die wir zunächst gar nicht sehen und auch gar nicht wollen. Und wir wissen, dass es unwiderruflich ist und so bleiben wird – so lange wir noch sein werden. Genau das zeigt dieser Film und genau das höre ich auch ganz oft von Menschen, die mir ihre Geschichte erzählen. Im Film sehe ich die Bilder von zwei Menschen, die über eine lange Zeit in Verbindung sind, bis sie irgendwann tatsächlich den gemeinsamen Schritt gehen, fiebere mit, habe mich auf das Happy End gefreut. Es kam dann aber wie im echten Leben: Bäm! Tür zu. Der gewollte Weg bleibt von nun an zu. Einer Person bleibt zurück. Es gibt keine Lösung, kein happy end.
Uns allen steht dies irgendwann bevor. Jedem, der liebt, egal wen oder was, jeder weiß: irgendwann wird der Tod uns hier auf dieser Erde trennen.