Den eigenen Rhythmus finden

Egal, was um dich herum passiert: Bleib in deinem Rhythmus.

Beitragsinhalt

Als ich vor wenigen Tagen ins Schwimmbad kam, war mein gedanklicher Rucksack ziemlich voll. Einiges aus den vergangenen Tagen beschäftigte mich noch – so sehr, dass ich fast keine Lust hatte, überhaupt zu schwimmen.

Ich bin trotzdem ins Wasser. Und schon nach wenigen Zügen spürte ich: Etwas verändert sich.

Warum Rhythmus so gut tun kann

Es gibt Tätigkeiten oder Sportarten, die einen regelmäßigen Ablauf haben. Etwas trägt weiter, wiederholt sich, gibt Kontinuität – wie Musik, die ihrem Takt folgt.

Auch Schwimmen hat einen solchen Rhythmus. Und ich finde, dass genau das unglaublich beruhigend sein kann, wenn sonst gerade ziemlich viel im Leben los ist.

Auf den ersten Blick sieht das ziemlich einfach aus: Ein Zug folgt dem nächsten. Dazwischen immer wieder ein Atemzug.

Eine wiederkehrende Abfolge, die irgendwann fast von selbst läuft.

Bis etwas den Rhythmus stört. Eine Wende. Etwas im Wasser, eine Bewegung, die dich aus der Ruhe bringt. Ein Gedanke, der plötzlich aufkommt. Irgendwas ist eigentlich immer.

Und doch kannst du immer wieder versuchen, in deinen eigenen Rhythmus zu finden – auch nachdem dich etwas raus gebracht hat.

Das ermöglicht – so meine Erfahrung – manchmal eine Pause von all dem, was gerade ist. Du und das Wasser. Mehr braucht es in diesem Moment nicht.

Das mag für den einen oder anderen langweilig wirken. Ich empfinde es als unglaublich stärkend und erdend zugleich.

Was wir davon mit aus dem Pool nehmen können

Im Leben ist es manchmal ähnlich.

Um uns herum kann ziemlich viel passieren. Menschen kommen uns zu nah oder entfernen sich. Pläne funktionieren nicht. Wir fühlen uns überfordert. Etwas wirft uns aus der Bahn. Unser Arbeitsplatz ist plötzlich nicht mehr sicher. Manchmal verändert sich sogar ziemlich viel auf einmal.

Nicht alles davon können wir beeinflussen. Und doch wirkt es auf uns und bringt uns aus unserem eigenen Rhythmus.

Aber wir können immer wieder versuchen, unseren eigenen Rhythmus zu finden. Etwas Vertrautes, das uns für eine Weile trägt. Einen Rhythmus, den wir kennen. Einen Beat, der uns vertraut ist. Eine Tätigkeit, die uns erdet und etwas Ruhe und Stabilität gibt – vielleicht nur für einen Moment.

Dadurch verschwindet nicht, was gerade schwierig ist. Aber für einen Moment kannst du wieder etwas spüren, das sich sicher und vertraut anfühlt.

Genau darin kann eine Form der Selbstregulation liegen: etwas zu kennen, das uns hilft, nach innerer Unruhe wieder etwas mehr bei uns anzukommen.

Den eigenen Rhythmus finden: Dein Rhythmus darf sich verändern

Dieser Rhythmus muss auch nicht jeden Tag gleich sein.

Manchmal bedeutet dein Rhythmus, weiterzumachen. Ein anderes Mal langsamer zu werden. Und manchmal auch, eine Pause zu machen.

Im eigenen Rhythmus zu bleiben heißt nicht, unbeirrt weiterzumachen. Es heißt, immer wieder zu sich zurückzufinden.

Gerade dann, wenn um uns herum vieles unsicher ist oder sich neu ordnen muss, kann etwas Vertrautes Halt geben. Vielleicht nur für diesen einen Moment.

Zug um Zug. In deinem Rhythmus.

Mein Rucksack war übrigens noch da, als ich aus dem Wasser stieg. Aber er fühlte sich leichter an. Vielleicht, weil ich für eine Weile nicht ihn getragen habe – sondern das Wasser mich.

  • Was hilft dir, zurück in deinen Rhythmus zu finden, wenn dich etwas herausgebracht hat?

Weitere Schwimmbad-Learnings

Auf den eigenen Körper achten: Wie du dich selbst wieder mehr wertschätzen kannst

Mir reicht’s – Zeit für gute Stimmung: Wie die Stimmung kippen kann und wir es schaffen, wieder in einen guten innerlichen Zustand zu finden.

Wie gehst du mit Veränderung um? Ändert sich ein kleines Detail, ändert sich oft vieles für uns. Wie wir es schaffen, Veränderungen anzunehmen.

Auf welcher Bahn im Leben schwimme ich gerade? Wo stehst du und wo willst du gerade sein in deinem Leben?

Noch mehr Schwimmbad-Learnings?
Du möchtest noch ein paar Bahnen mit mir ziehen? Die bisherigen Folgen 1–16 findest du auf meiner Facebook-Seite und dort geht es mit den nächsten Schwimmbad-Learnings auch weiter.

Über die Autorin

Ich bin Uta und begleite als Psychologin Menschen in schweren Zeiten und an persönlichen Wendepunkten – mit Klarheit und menschlicher Nähe und manchmal auch mit Schwimmbad-Learnings.
Wenn du dir meine Unterstützung wünschst und wieder in deinen Rhythmus finden willst, buch dir hier ein unverbindliches Kennenlerngespräch.

Übersicht

Diesen Beitrag teilen