Grenzen setzen
Grenzen setzen

Wo ist meine Grenze?

Eine spannende Frage, die mich immer wieder erreicht: Wie kann ich endlich lernen Grenzen zu setzen? Wie kann ich mich abgrenzen und meine Grenze respektieren?

Deine Grenze wird z.B. spürbar,

  • wenn du permanent Überstunden machst und die Arbeit v.a. auch im Stellenwert über deiner Gesundheit steht.
  • wenn du in deiner Beziehung immer zurücksteckst und nie für dich einstehst.
  • wenn du in Trauer mehr Raum für dich brauchst, als dir dein Umfeld zugestehen mag.

Grenzen als Schutz

Zu aller erst: Grenzen sind etwas Gutes. Sie zeigen uns, was uns guttut und wann es zu viel wird. Überschreiten wir sie, spüren wir oft die Konsequenzen – sei es durch Erschöpfung, Unwohlsein oder Stress: Bis hier hin und nicht weiter! Unsere Grenzen dienen als Alarmsystem und signalisieren uns, wenn eine Situation nicht mehr tragbar ist. Auch das Verhalten anderer kann unsere persönlichen Grenzen überschreiten.

Grenzen in Beziehungen

In Interaktion spüren wir deutlich, was für uns in Ordnung ist und was uns nicht (mehr) guttut. Das betrifft sowohl körperliche als auch emotionale Nähe:

  • Wie nah darf mir jemand kommen und wann ist unsere körperliche Nähe-Grenze (auch „personal space“) überschritten?
  • Was darf ein anderer mit mir emotional machen und womit bin ich überlastet oder möchte dies nicht ertragen?
  • Welche Themen und Belastungen möchte ich nicht dauerhaft mittragen?

Besonders im interkulturellen Kontext variieren diese Grenzen stark. Daher ist es wichtig, sich ihrer bewusst zu sein und sie klar zu kommunizieren.

Auch die entgegengesetzte Perspektive ist wichtig und bedeutsam:

  • Habe ich in meinem Umfeld schon mal die Grenzen anderer nicht wahrgenommen? Wie kann ich sensibler auf Grenzen anderer achten, um sie nicht (unbewusst) zu überschreiten?

Warum fällt es schwer, Grenzen zu setzen?

Obwohl wir spüren, wenn eine Grenze erreicht ist, fällt es oft schwer, sie klar zu setzen. Wir wollen andere nicht verletzen oder scheuen die Konfrontation. Statt eine klare Linie zu ziehen, überschreiten wir lieber unsere eigene Grenzen – auf Kosten unserer eigenen Gesundheit und Zufriedenheit.

Gesünder und respektvoller dir selbst gegenüber ist es, dir rechtzeitig über deine Grenze bewusst zu sein und sie zu wahren.

Unsere klaren Grenzen halten uns zusammen

Grenzen sind eine Oberfläche, die einen Innenbereich vom Äußeren abtrennt, ähnlich einem Apfel, der innen Fruchtfleisch hat. Oder unsere Haut, die unsere inneren Organe zusammenhält und uns nach außen abgrenzt.

Abgrenzen – nach Trennungen oder toxischen Beziehungen

Eine Grenze ist erreicht, wenn du spürst: So kann es nicht weitergehen. Vielleicht möchtest du anders weitermachen oder eine Veränderung herbeiführen.
Doch auch, wenn eine Beziehung endet, bleibt das Erlebte ein Teil deiner Geschichte. Grenzen markieren Übergänge, helfen aber auch, Vergangenes zu würdigen, ohne daran festzuhalten.

Der Tod als Grenze

Unser Leben selbst hat eine Grenze – es ist endlich. Dies kann bedeuten, dass du alles was in unserer Lebenszeit liegt – unser Leben – als etwas Wertvolles betrachten kannst und jeden Tag aufs Neue schöne Momente genießen solltest. Denn irgendwann erreicht dein Leben eine Grenze.

Wie kannst du deine Grenzen wahren?

Meist spürt man deutlich – sei es in Form von körperlichen Symptomen oder eines deutlichen Unwohlseins in einer Situation – dass etwas nicht innerhalb der eigenen „gesunden“ Zone abläuft.

  • Burnout: Dein Körper rebelliert und fordert dich unweigerlich dazu auf, etwas an deiner Situation zu ändern.
  • Beziehungen: (Wiederholte) Enttäuschungen, einseitige Unverbindlichkeit oder ein Ungleichgewicht im Stellenwert einer Beziehung signalisieren, dass eine Grenze überschritten wird und sich eine(r) vom anderen abwendet.

Klarheit als Weg: Eigene Grenze wahren

Ich bin immer ein Fan von klaren Grenzen. Wenn du spürst, dass etwas für dich so nicht weitergehen kann, dann versuche dies so deutlich wie möglich zu benennen und werde dir deiner Grenze bewusst.

  • Was kannst du so nicht (mehr) weitermachen?
  • Was kannst du ändern?
  • Wo kannst du dich entlasten oder zurücknehmen (weniger arbeiten, mehr erholen, etc.)?

Grenzen gegenüber anderen setzen

Nicht nur sich selbst gegenüber, sondern auch gegenüber anderen kannst du ggf. deine Grenzen setzen und sachlich, aber deutlich artikulieren. Sich wortlos Entziehen (Ghosting) – das entspricht keiner wirklich gesetzten Grenze und nimmt dein Gegenüber nicht wertschätzend mit. Es zeugt auch nicht von einer gesetzten Grenze, wenn du (möglicherweise aus Angst oder Rücksicht) etwas weiterhin aushältst.

  • Erkläre, was für dich in Ordnung ist – und was nicht.
  • Gib deinem Gegenüber die Möglichkeit, deine Grenzen zu verstehen und zu respektieren.

Eine klare Grenze zu setzen kann Mut erfordern, ist aber verbindlich und zeigt, dass du dich selbst achtest. „Bis hier hin und nicht weiter!“ Manchmal führt sie dazu, dass Menschen deine Bedürfnisse ernst nehmen – oder dass sich Wege trennen.

Fazit

Grenzen sind ein natürlicher Schutzmechanismus, der uns hilft, im Gleichgewicht zu bleiben. Sie können zeitlich, emotional, sozial, körperlich oder materiell sein – und sie verdienen es, respektiert zu werden.
Achte auf deine Signale und frage dich:

  • Wie kann ich meine Grenzen klar benennen?
  • Was kann ich tun, um mich in einen gesünderen Innenbereich zu bewegen?
  • Welche Veränderungen sind nötig, um einen Übergang in etwas Neues zu gestalten?/

Indem du deine Grenzen ernst nimmst und danach handelst, übernimmst du Verantwortung für dein Leben.

Wenn du meine Unterstützung und Begleitung möchtest, dann kontaktiere mich gern über mein Kontaktformular oder buch‘ dir ein unverbindliches Kennenlerngespräch.

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Erklärung

EMDR

steht für
Eye Movement Desensitization and Reprocessing