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Gotthard Live
Gotthard Live

“Banging around the world!” Was Gotthard zu einer ganz besonderen, publikumsnahen live-Band macht

Endlich war es soweit und ich konnte Gotthard wieder mal live sehen – dieses Mal in München – mit großartigen Support Acts.

Auch ohne dies bewusst zu wollen, habe ich natürlich genau hingeschaut und zugehört und mich gefragt, was die Magie von Gotthard ausmacht, die von Anfang an da ist, wenn die Band die Bühne betritt. Wie schaffen sie es, diese Stimmung und treue Fan-Begeisterung bis zum Ende – und darüber hinaus – aufrechtzuhalten?

Hier sind meine Beobachtungen, die zugegebener Maßen sehr viel mit der Art und Weise von Nic Maeder verbunden sind.

Nic Maeder, ein Frontmann der sowohl front als auch Hintergrund perfekt beherrscht.

Das ist meiner Meinung nach ein Phänomen, das nicht viele Leadsänger in einer Band beherrschen. Viele Lead-Sänger stehen vorne und im „center of attention“, sobald sie auf der Bühne sind. Hier spielt die besondere Geschichte von Gotthard bestimmt eine große Rolle. Nic musste sich vor vielen Jahren in die Band eingliedern und ist nach dem tragischen Tod von Steve Lee in dessen riesige Fußstapfen getreten. Auch wenn er schon immer einen prima Job macht – solange ich die Band verfolge, und ich habe Gotthard schon in vielen Städten auch schon vor über 10 Jahren gesehen, hat er sich richtig „freigeschwommen“ und macht sein Ding!

Dazu gehört auch, dass er sich prima zurücknehmen kann, anderen die Bühne überlässt und sie auf der Gitarre im Hintergrund begleitet. Man hat das Gefühl, er weiß zu jeder Zeit, wann er übernimmt oder wann er die Aufmerksamkeit anderen überlässt. Seine Energie zieht einen immer mit.

Zum Beispiel taucht er irgendwann mitten im Publikum, in der Mitte der Menge auf, um sich durchs Publikum tragen zu lassen. Oder verabschiedet sich nach der Show von den ersten 3 Reihen persönlich und nimmt sich ausgiebig Zeit.

Jeder Song ist Interaktion mit dem Publikum.

Auf manchen Konzerten, die ich schon erlebt habe, hatte ich den Eindruck, das könnte so auch im Proberaum stattfinden. Die Band spielt ihre Songs, hat Spaß und zeigt, was sie drauf hat.
Eine Steigerung davon wäre, dass in 1,2, vielleicht 3 Songs auch mal das Publikum animiert wird, sei es körperlich oder stimmlich.
Nicht so bei Gotthard: Hier werden die Menschenmassen immer, zu jedem Song auf verschiedenste Weise mitgenommen. Jeder im Publikum ist Teil dieser Show, weil die Energie dadurch von der ersten bis in die hinteren Reihen aufgenommen wird. Das macht auch die gute Stimmung an diesem Abend in München aus. Jeder ist involviert, es geht immer was ab.

Musiker auf erstklassigem Niveau.

Das es nicht nur eine tolle Show mit guten Songs ist, sondern auch die Musiker auf der Bühne auf erstklassigem Niveau sind, beweisen u.a. das gigantische Keyboard- oder viel mehr „Orgel-Solo“ von Ernesto Ghezzi nach „What you get“ und das Schlagzeugsolo von Flavio Mezzodi. Auch hier wird nicht nur „gespielt“, sondern selbst in diesem Part animiert – begeistert ist danach jeder Zuhörer.
Bei dieser „Orgel“ habe ich mich kurzzeitig wie in einer riesigen Open Air-Kathedrale gefühlt und Gänsehaut bekommen.
Sicherlich historisch bedingt erhält das Schlagzeug bei Gotthard zurecht einen ganz besonderen Stellenwert und dadurch auch einen sehr prominenten Platz auf der Bühne: Es steht im Mittelpunkt – im wahrsten Sinne des Wortes, zwischen GOTT und HARD. Und das ist auch mehr als stimmig. Hier sitzt ein Vollprofi, dem man auch nur den ganzen Abend beim Schlagzeugsolo zuhören könnte und der auch noch Menschenmassen dirigieren kann.

Was ist das Besondere an dieser Band und dieser Show? Was lässt sich davon mitnehmen?

  • Gotthard ist in meinen Augen und Ohren musikalisch eine Weltklasse-Band. Das hindert sie aber nicht daran ihrem Publikum zu begegnen und nahbar zu sein. In jedem Moment der Show wird klar, dass es immer auch darum geht, das Publikum in den Mittelpunkt zu stellen, mitzureißen (nicht mal eben nur kurz), und dafür zu sorgen, dass jeder eine verdammt gute Zeit hat. Vielleicht geht es darum nicht bewusst, aber indirekt: Im Nachgang in Erinnerung zu bleiben. (Und z.B. mich mal wieder dazu zu veranlassen, über dieses Erlebnis zu schreiben, weil es so herausragend ist.)
    Auch wenn Musiker zu sein natürlich ein Job ist, kann man sich sicherlich in vielen Jobs immer wieder fragen: Wofür mache ich das hier eigentlich bzw. wie bleibe ich mit meinem täglichen Tun in Erinnerung? Dies steht einer 0815 oder gar „Dienst nach Vorschrift“-Einstellung absolut entgegen. Sicherlich ist es auch in ganz anderen Bereichen herausragend, sich menschlich und nahbar zu zeigen und das Gegenüber in den Mittelpunkt zu stellen. Bei einer Rockband erlebt man dies eher selten in dieser Ausprägung.
  • Genau zu wissen, wann man führen muss und wann man es anderen überlässt. Und sich vor beidem nicht zu scheuen, auch das macht souveränes Agieren für mich aus.
  • Wie bleibst du in guter Erinnerung? Sicherlich durch generelle Qualität, aber eben auch durch das Wie einer Darbietung oder Dienstleistung. Du und dein Auftreten machen den Unterschied.
    Es gibt einige brillante Musiker, aber der Funke springt nur über, wenn andere in Interaktion mitgerissen werden.

Natürlich lässt sich noch viel mehr von Gotthard lernen: Nie aufzugeben, egal wie hart dich das Leben trifft. Mehr dazu in diesem Beitrag.

Mein Fazit

Auch wenn sie das sogar so singen, sind Gotthard keine „Master of Illusion“, sondern nahbare, erstklassige Bühnenkünstler, die ihrem Publikum viel mehr geben, als es erwartet und so jedem eine unvergessliche Zeit bescheren.

Ich kann nur jedem Wünschen, dieses musikalische Interaktionsfeuerwerk einmal – oder wie ich, auch öfters – mitzuerleben.

Über mich

Ich bin Uta und unterstütze dich mit Black ’n‘ Light-Coaching in herausfordernden Lebensphasen und Krisen, Lichtblicke in deinem Leben wahrzunehmen.

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